Welpenvermittlung
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Was Sie vor dem Welpenkauf bedenken sollten
Es gibt heute kaum noch rationale Gründe, sich einen Hund zuzulegen, hüten, beschützen, bewachen haben elektronische Systeme übernommen, die effektiver und billiger sind. Warum also? Auf jeden Fall unakzeptabel sind Nachahmung (mein Nachbar hat auch…., oder Werbung – in ein idyllisches Familienbild gehört ein Golden Retriever) oder vermeintliches Prestige (ich bin so männlich mit meinem Rottweiler), Statussymbol usw. Das einzig richtige Motiv ist Liebe, und zwar mit allen Konsequenzen. Das heißt, wir richten unser Leben so ein, dass wir unserem Rudelmitglied Hund ein artgerechtes (nicht vermenschlichtes) langes und glückliches Hundeleben ermöglichen. Und was habe ich davon? Wenn Sie das nicht wissen, sind Sie hier falsch. Klicken Sie auf zurück und geben Sie bei google einen anderen Suchbegriff ein!
Wo finde ich meinen Hund?
90% aller Hunde sind heutzutage Familienhunde. Die Anlagen dazu sind ihnen in die Wiege gelegt, aber die Förderung und Entwicklung muss der Mensch übernehmen. Die wichtigsten Phasen, die Prägung und Sozialisierung obliegen dem Züchter. Das Leben in der eher unnatürlichen modernen Menschenwelt stellt hohe Anforderungen, auf die der Welpe von vorn herein durch frühen Kontakt mit Mensch und Umfeld vorbereitet werden muss. Auf die für das Rudeltier Hund lebenswichtige Sozialisierung muss der Mensch rechtzeitig Einfluss nehmen. Der Züchter tut es mit all seiner Energie und Liebe, rund um die Uhr. Sein Nachwuchs hat eine artgerechte, gesunde und glückliche Kinderstube. Die Welpen werden tierärztlich betreut, entwurmt, geimpft und gechipt (eine reiskorngroße weltweit einmalige Identifizierung, ersetzt das Tätowieren). Dieser Züchter drückt Ihnen aber nicht nach 8 Wochen einen Welpen in die Hand und Tschüss, nein, er wird sich ein Hundeleben lang für seine Welpen verantwortlich zeigen. Bei ihm können Sie auch nicht per Mausklick mit Lieferung frei Haus bestellen, Sie müssen sich bewerben und er wird sorgfältig abwägen, wohin er seine Welpen gibt. Wo findet man diese Züchter? Sie sind hier schon ganz richtig, im Internet, auf Ausstellungen oder bei Vereinen (Termine und Adressen finden Sie auch im Internet). Überzeugen Sie sich persönlich vor Ort, auch wenn Sie etwas weiter fahren müssen, das Leben eines gesunden Hundes ist lang, da kommt es auf ein paar Km nicht an, oder? Bei einem guten Züchter sind Sie nach kurzfristiger Anmeldung immer willkommen, wenn nicht, sollten Ihre Sensoren schon vibrieren.
Beim Ortstermin lassen Sie sich die Zuchtstätte, die Mutterhündin (Vater ist meist nicht beim Züchter), die Papiere zeigen. Sie haben sich in Ihrem Rassebuch längst schlau gemacht und wissen, worauf Sie achten müssen. Wenn Sie sich nicht von Anfang an wohl fühlen, gehen Sie wieder. Händler sind Profis, seien Sie auf der Hut. Sind Welpen da, sollten sie ab der 4.Woche zutraulich und verspielt sein, keine Angst haben. Vorsicht!! Wenn man Ihnen an der Tür einen Welpen in den Arm legt ... “die anderen schlafen”.. Sie sind kritiklos überwältigt von diesem süßen Bündel, und genau das war beabsichtigt. Achten Sie darauf, wie viele andere Hunde da sind, wie viele andere Rassen. Lassen Sie keine lahmen Ausreden zu und gehen Sie keine Kompromisse ein, suchen Sie lieber woanders weiter.
Fragen Sie auch nicht gleich nach dem Preis, erkundigen Sie sich vorher, womit Sie ungefähr rechnen müssen. Ein Golden-Welpe z.B. kostet etwa 1000 €, bei großen Abweichungen nach oben und unten seien Sie vorsichtig. Warum? Der Züchter, den wir meinen, verdient mit den Welpen nicht seinen Lebensunterhalt, er deckt vielmehr meist gerade seine Kosten.
Bei unserem geliebten Lebewesen Hund müssen wir beim Thema Geld leider auch von Ware und Markt sprechen - das Gesetz behandelt ihn auch wie eine Sache.
Fakt ist: Qualität hat seinen Preis. Will man beim Züchten von Familienhunden Profit machen, so geht das nicht nur zu Lasten der Qualität sondern in erster Linie zu Lasten der Hunde. Es funktioniert nur nach der Fließbandmethode, das heißt, man muss mehrere Hündinnen mehrmals kurz hintereinander belegen, bis sie ausgelaugt sind (Gebärmaschinen), Man muss an Futter und medizinischer Versorgung sparen. Für das Prägen und Sozialisieren bräuchte man soviel Personal, dass das „Produkt“ unbezahlbar wäre, also entfällt es. Abstammungsurkunden und Impfnachweise muss man sich „beschaffen“. Der Kunde wartet, also muss die Ware auf den Markt, viel zu früh werden Welpen der Mutter entzogen, auf lange Transportwege zu den Händlern gebracht, die diese dann zu Dumping-Preisen an den Mann bringen, mit Erfolg. So wird es wirklich gemacht, es gibt eine regelrechte Hundemafia und jeder, der aus diesen Kanälen einen Hund kauft, fördert dieses kriminelle Unwesen, weil er meint, ein Schnäppchen gemacht zu haben, aber das ist ein Irrtum, es gibt keine Schnäppchen beim Welpenkauf, nur Qualität und Ramsch! Ein hartes Wort, wenn man von mutwillig erzeugtem Lebewesen spricht. Das Erkennen des Irrtums kommt garantiert, aber meist zu spät. Diese Tiere sind psychisch und physisch krank, oft summieren sich die Tierarztkosten ins unermessliche und am Ende bleiben nur Enttäuschung, Trauer und Tränen….und die Produktion geht weiter.
Also, Augen auf beim Welpenkauf. von Hans Bonath ©2009


